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Best practice Hinweise „Inhalte von Lern Management Systemen“

In Zeiten von Distanz- und Wechselunterricht, stelle ich gerne die aktualisierten Hinweise zur Verfügung:

Richtlinien für die Verwendung von Werken in elektronischen Semester-apparaten nach § 60a des Gesetzes über Urheberrechte und Verwandte Schutzrechte (UrhG)

0.         Vorbemerkung

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Am 01.03.2018 ist das Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (UrhWissG) in Kraft getreten, das unter anderem eine Reform der urheberrechtlichen Schrankenregelungen mit      sich gebracht hat. So wurden beispielsweise die §§ 52a und 52b UrhG aufgehoben und durch die Regelungen der §§ 60a und 60e UrhG ersetzt.

I.                Werkarten

Grundsätzlich können alle Werkarten und alle unter den urheberrechtlichen Leistungsschutz fallende Inhalte in elektronischen Semesterapparaten verwendet werden. Ausgenommen sind nach dem Wortlaut des § 60a Absatz 3 UrhG jedoch

  • –     Unterrichtsmaterialien für den Schulunterricht,
    • Filmwerke, vor Ablauf von zwei Jahren nach Beginn der üblichen Auswertung in Filmtheatern in Deutschland,
    • Computerprogramme und Datenbanken (in Verbindung mit §§ 69a ff.

UrhG)

–        und neu hinzugekommen Presseerzeugnisse, wie Artikel aus Tageszeitungen (sogenannte Kioskware).

  1. Bereits veröffentlichte Inhalte

Nur bereits veröffentlichte Inhalte dürfen verwendet werden. Das heißt, es ist notwendig, dass das Werk im Sinne des § 6 UrhG mit Zustimmung des Berechtigten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Von einer Veröffentlichung im Sinne dieser Vorschrift ist auszugehen, bei

  • im Verlag erschienenen oder im Internet frei zugänglichen Inhalten,
    • im Bestand von öffentlichen Bibliotheken befindlichen Inhalten.

Bei Archivmaterial und Abschlussarbeiten, die nicht im Sinne des § 6 UrhG veröffentlicht wurden und bei denen keine Zustimmung zur Aufnahme in den Semesterapparat vorliegt ist zu prüfen, ob die Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers (§ 64 UrhG) abgelaufen ist.

In den Fällen, in denen die Dozentin / der Dozent selbst Urheber des Werks ist oder der Berechtigte der Aufnahme in den Semesterapparat ausdrücklich zustimmt, ist die Verwendung selbstverständlich ebenfalls zulässig.

III.             Angabe von Autor und Quelle

Grundsätzlich hat bei der Aufnahme des Werks in den elektronischen Semesterapparat die Angabe des Autors und der Quelle zu erfolgen. Diese Pflicht entfällt ausnahmsweise, wenn diese Angaben auch nach einer dokumentierten Recherche nicht zu ermitteln sind (vgl. § 63 Abs. 2 UrhG).

IV.            Bearbeitung

Analoges Material, wie zum Beispiel Bücher, Zeitungen, Schallplattenaufnahmen, darf zur Aufnahme in den elektronischen Semesterapparat digitalisiert werden. Im Übrigen dürfen nur Änderungen und Speicherungen vorgenommen werden, die zur Online-Verwertung zu Lehrzwecken erforderlich sind (vgl. § 62 UrhG i. V. m. § 39 UrhG).

          V.        Umfang der Inhalte

§ 60a Absatz 1 UrhG sieht nunmehr bei einzelnen Werken folgenden zulässigen Umfang vor. Danach dürfen

  • maximal 15 % eines Werkes, bei Filmen jedoch nicht mehr als 5 Minuten Länge,
    • alle vollständigen Bilder, Fotos und sonstigen Abbildungen verwendet (i.e. zugänglich gemacht) werden.

VI.            Abgegrenzter Teil von Teilnehmern und Bezug zum Unterricht

Der Kreis der nach § 60a Privilegierten ist begrenzt. Die Werke und Teile von Werken dürfen ausschließlich für den bestimmt abgegrenzten Teil von Unterrichtsteilnehmern zugänglich sein. Die Inhalte dürfen also nur von denjenigen Studierenden genutzt werden, die die betreffende Veranstaltung auch belegen. Dies ist durch konkrete und nach dem Stand der Technik wirksame Vorkehrungen sicherzustellen. Das bedeutet, dass der Zugang zu den Inhalten zumindest insoweit beschränkt sein muss, dass Umgehungen auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Technische Zugangssperren wie

Login-Verfahren               mit     Matrikelnummer     und     Passwort    oder anderen Identifikationsmaßnahmen werden momentan als ausreichend angesehen.1

Nach dem Wortlaut des § 60a Absatz 1 Nr.1-3 UrhG handelt es sich bei der nach dieser Vorschrift privilegierten Gruppe um einen bestimmt abgegrenzten Teil von Personen, der die Inhalte für seine eigene wissenschaftliche Forschung benötigt.

Ein neuer § 60c UrhG regelt die Zugänglichmachung von Materialien zum Zweck der wissenschaftlichen Forschung. Adressat der Vorschrift sind kleine Forschungsteams, die an einem eng umgrenzten Forschungsgebiet arbeiten. Wie der Kreis der Veranstaltungsteilnehmer muss auch der Kreis

  • der Forscher, der Zugriff auf die eingestellten Werke hat, mit technischen Maßnahmen begrenzt werden.

VII.           Dauer der Zugänglichmachung

Die Dauer der Zugriffsmöglichkeit für den Benutzerkreis nach § 60a Absatz 1 Nr. 1-3 UrhG (Studierende, Lehrende und andere Angehörige derselben Bildungseinrichtung) bemisst sich nach der Dauer des Semesters, in dem die Lehrveranstaltung angeboten wird.

Dem Personenkreis, dem die Zugangsmöglichkeit nach § 60c  UrhG

  • ermöglicht wird (kleines Forschungsteam), dürfen die Werke für die Dauer der

gemeinsamen Forschungsarbeit auf diesem Weg zur Verfügung gestellt werden.

VIII.         Kosten

Für die öffentliche Zugänglichmachung ist gemäß § 60h UrhG eine angemessene Vergütung zu zahlen, die von der zuständigen Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden kann.

Inhalte, für die die Universität zu Köln über eine Campuslizenz verfügt oder die beispielsweise über eine Nationallizenz kostenlos zur Verfügung stehen, sollten nach Möglichkeit daher immer nur verlinkt, nicht aber noch einmal separat im Semesterapparat eingestellt werden. Ansonsten könnte zukünftig für einen Inhalt neben den Kosten für die Campuslizenz zusätzlich die Vergütung für die Aufnahme in den Semesterapparat zu entrichten sein.

1 Vgl. Talke, in: Bartlakowski / Talke / Steinhauer, Bibliotheksurheberrecht, Bad Honnef, 2010, S. 115f.

BEACHTEN SIE FOLGENDE BEST PRACTICE-HINWEISE

  1. Rechtmäßige Vorgehensweise im Einklang mit § 60a UrhG

Um beim Einsatz von elektronischen Semesterapparaten die Voraussetzungen der Vorschrift des § 60a UrhG zu erfüllen, sind beim Einstellen der Werke folgende Best Practice Hinweise zu beachten:

1) es darf keine sukzessive Zusammenstellung einer vollständigen Zeitschrift oder eines Buches in den elektronischen Semesterapparat erfolgen,

2) einzelne Aufsätze aus einer Fach-Zeitschrift oder einzelne Artikel aus einer Fachzeitung dürfen aufgenommen werden,

  • 3) ganze Bücher oder Skripte dürfen eingestellt werden, sofern sie nicht mehr als 25 Seiten umfassen,
  • 4) es darf auf Bücher und andere Medien als Kopiervorlage zurück-gegriffen werden, die über die Fernleihe oder den elektronischen
  • Kopienversand (§ 60e Absatz 5 UrhG) bezogen wurden,
    • 5) bis zu einem Umfang von 15 % können Teile eines Buches bei Allein-Autorenschaft oder bei Mehr-Autorenschaft ohne Kennzeichnung der Beiträge aufgenommen werden,
  • 6) einzelne Beiträge im Umfang von bis zu 25 Seiten können aus einem Mehr-Autoren-Sammelband eingestellt werden, sofern der Beitrag einem einzelnen Autor zuzuordnen ist,
  • 7) Film(ausschnitte) bis 5 Minuten Länge sind zulässig,
  • 8) Musik(ausschnitte) bis 5 Minuten Abspieldauer sind zulässig.

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Die Debatte um ein zeitgemäßes Urheberrecht geht weiter

Wie beschreibt es die amtierende Bundesjustizministerin auf der Website ihres Ministeriums so schön: „Mit der Umsetzung der größten europäischen Urheberrechtsreform der letzten zwanzig Jahre in deutsches Recht machen wir das Urheberrecht fit für das digitale Zeitalter. …“

Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft hat da so seine [berechtigten] Zweifel.

Viel zu viele Anliegen bleiben unberücksichtigt (gesetzliche Regelung der E-Book Ausleihe; Abschaffung der sogenannten Bereichsausnahmen,…), andere Bereiche werden überreguliert (Upload Filter; Leistungsschutzrecht für Presse, ….).

Die komplette Stellungnahme des Aktionsbündnis zum aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung finden Sie hier

Sollten Sie Fragen, Anregungen, Bemerkungen oder sonstige Mitteilungen haben, schreiben Sie bitte ab ohinte@posteo.de

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Wie Distanzunterricht funktionieren kann

Gestern Videokonferenz mit sechs Mitgliedern der Schulleitung und der gleichen Anzahl von Elternvertretern. Die Technik funktioniert und die Disziplin stimmt; Redebeiträge werden über den Chat angekündigt, man lässt sich ausreden und geht auf die Argumente von anderen TeilnehmerInnen ein. Das Mikro ist aus, wenn nichts beigetragen wird, die Grundregeln sind bekannt und werden befolgt, wie angenehm. Keine Monologe, unbelegte Behauptungen oder sonstiger Quatsch – alle sind daran interessiert sich konstruktiv auszutauschen und sieha da, es funktioniert. Die gegenseitige Wertschätzung ist vorhanden und wird auch mal zum Ausdruck gebracht. Und dann die Nailbiters: was wünschen sich die Eltern von den LehrerInnen, was können die Eltern im Gegenzug leisten? Klare Aussagen: Keine Teilnahme von Eltern beim Unterricht im Hintergrund; keine Angst vor Feedback; Schulungsangebote und Hilfen für alle Beteiligten organisieren und diese auch annehmen.

Ich bin froh und auch ein bisschen stolz, dass wir solch ein Miteinander an unserer Schule leben. Und wo bleiben die SuS? Die sind beim nächsten Mal dabei; versprochen!

Und hier die Ergebnisse unserer Überlegungen:

Ergebnisprotokoll der VK Schulleitung / Elternpflegschaft vom 25.01.2021 (17.00-18.20 Uhr)

  1. Allgemeine Hinweise:

Alle Beteiligten sprechen sich ihre gegenseitige Wertschätzung hinsichtlich der jeweiligen Beiträge zur deutlichen Verbesserung der Unterrichtssituation im Vergleich zu „Lockdown 1“ aus

  1. Wenn nichts anderes mitgeteilt wird, findet der Distanzunterricht entsprechend dem Stundenplan statt.
  2. Die Beteiligten halten sich an die Unterrichtszeiten;
  3. Pünktlicher Anfang und Ende
  4. Einhaltung der Pausenzeiten
  5. Es finden keine Aufnahmen der Stunden statt und es werden weder Screenshots noch Fotos angefertigt; Zuwiderhandlungen werden streng geahndet!
  1. Worum die Schulleitung die Eltern und Kinder bittet:
  2. Die Kinder sollen für die Dauer der Übertragung die Kamera möglichst angeschaltet lassen.
  3. Die Eltern sollen die Kinder bei den VKs alleine lassen; nur so kann objektiv festgestellt werden, wenn es bei den Übertragungen Probleme gibt.
  4. Falls momentan eine Teilnahme am Unterricht nur über ein Mobiltelefon möglich ist, sollte dies der Schulleitung mitgeteilt werden. Zurzeit stehen noch 10 Endgeräte zur Verfügung.
  1. Anliegen der Eltern gegenüber der Schulleitung:
  2. Beachtung der allgemeinen Hinweise durch alle Beteiligten.
  3. Beibehaltung des Erfahrungsaustausches in regelmäßigen Zeiträumen von ca. 4-6 Wochen, auch gezielt mit Beteiligung von SV Vertreterinnen.
  1. Anregungen für den Distanzunterricht
  1. Was alle brauchen
  2. Planbarkeit des Tagesablaufs und der zu erledigenden Aufgaben
  3. Angemessener Wechsel zwischen online Präsenz und Arbeitszeit ohne PC
  4. Vermittlung der „Netiquette“
  5. Gegenseitiges Feedback
  6. Lehrkraft-SuS: Lösungen sind angekommen; das war gut, das war schlecht; das haben wir demnächst vor, etc.
  7. SuS-Lehrkraft: Können Sie das bitte noch einmal erklären? Das war gut, das hat Spaß gemacht, das hat nicht so gut funktioniert.
  1. Was die Unterstufe zusätzlich braucht
  2. Schulungen in MS Office
  3. Kamera-Pflicht zur sozialen Kontrolle
  4. Online Leistungsüberprüfungen zur Beibehaltung der Aufmerksamkeit
  5. Erste Anleitungen zum „selbständigen Lernen“
  1. Was für die Mittelstufe wichtig ist
  2. Genaue Arbeitsanweisungen
  3. Vorbereitung auf die weitere Schullaufbahn (Infos über Praktika, etc.)
  4. Weitere Unterstützung und Anleitung zum selbständigen Lernen
  5. Vermittlung von Feinheiten im Umgang mit MS Office
  1. Was die Oberstufe benötigt
  2. Konstruktive Unterstützung im Computerumgang mit Hinführung zum Einsatz im Hochschulalltag
  3. MS Office Extras
  4. Gezielte Schwerpunktsetzung, so dass ausreichend Zeit zur Prüfungsvorbereitung bleibt
  5. Unterstützung bei der Planung von eigenen VKs (Lerngruppen, etc.)
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Traurig, wie die Politik uns alleine lässt

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Chuzpe die Bildungspolitiker die Schulen regelmäßig bis zum letzten Moment uninformiert lassen, wie es nach der letzten Frist weitergeht. Und Regelungen im Urheberrecht, die den Zugang zu Informationen erleichtern könnten (Einführung einer Bagatellklausel; Abschaffung der Bereichsausnahmen, etc.) sind kurzfristig nicht zu erwarten. Wie kann und soll es also in den Schulen ab dem 11.02. weitergehen?

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Workshop zum RefE zur DSM-RL

Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft hat passend zur heutigen (06. November 2020) Veranstaltung seine Stellugnahme zum Referentenentwurf veröffentlicht. Mehr Informationen finden Sie unter https://twitter.com/UBiWi/status/1324607580224823297

Der Workshop war ein großer Erfolg! Insgesamt mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich online beteiligt. Neue Information stehen auf der Website des Aktionsbündnis zur Verfügung!

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Globalisierung bedeutet auch, dass der US amerikanische Wahlkampf seine Ausprägung ebenfalls in Köln erfahren wird.

Angeblich soll am kommenden Sonntag eine pro Trump Veranstaltung auf der Domplatte stattfinden. Ich hoffe, es handelt sich um #fakenews.

Zum einen verdient dieser Präsident keine Untestützung!

Zum anderen befürchte ich auch, dass es zu unschönen Szenen zwischen Unterstützerinnen und GegnerInnen kommen könnte.

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Fake News

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Was wird aus der DSM Richtlinie?

Diese Woche wurde der Referentenentwurf zur Umsetzung der DSM-RL geleakt. 155 Seiten ist er stark. Als zentrale Aussage für Bibliotheken und Bildungseinrichtungen sollen die §§–60a-60h UrhG entfristet werden.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, sollte am 6.11.2020 zwischen 11.00-14.00 Uhr an der virtuellen Jahrestagung des Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft teilnehmen +

Weitere Informationen folgen demnächst auch hier.

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