2017 – Das Jahr der Autoren und Urheber 2. Klasse

 

Die Betreiber der Website http://www.publikationsfreiheit.de haben zwei neue Begriffe kreiert: den Urheber und den Autor 2.Klasse.

Da frage ich mich, wer oder was soll das sein? Einige Unterzeichner dieses unsinnigen Appells liefern die Antwort. Sie kategorisieren sich selbst als solche. Es soll sich um die AutorInnen von wissenschaftlichen Texten handeln, deren Texte beispielsweise auszugsweise in elektronischen  Semesterapparaten veröffentlicht werden. Warum kommen Sie zu dieser Einschätzung? Weil ihnen die Betreiber der Website suggerieren, dass sie durch die bevorstehende Urheberrechtsreform zu solchen werden. Und zwar, weil ihre Rechte durch die notwendige Reform willkürlich beschnitten würden.Wie soll das geschehen? Nur weil die zulässigen Grenzen der genehmigungsfreien Inhalte moderat erhöht werden sollen, kann nicht von Willkür die Rede sein. Willkürlich sind eher die auf der Website veröffentlichen Parolen. So sollen die Wissenschaftler durch die Reform auf ein Grundrecht verzichten müssen. Um welches Grundrecht soll es sich dabei handeln und wie soll das geschehen? Wer so „argumentiert“, hat das Wesen des Urheberrechts nicht verstanden. Genau, wie im Eigentum dessen Sozialbindung integraler Bestandteil ist, so gehören zum Urheberrecht auch die urheberrechtlichen Schranken. Als Ausgleich für die Schrankennutzung wird den Rechtsinhabern eine angemessene Vergütung gewährt. Und dies vor und nach der Urheberrechtsreform. Wer dies nicht erwähnt, hat entweder die Prinzipien des Urheberrechts nicht verstanden oder er möchte sie nicht verstehen.

Und wer sind die Urheber und Autoren 1. Klasse? Denn die muss es ja auch geben, wenn es die 2.Klasse geben soll. Sind das diejenigen, deren Texte ausschließlich komplett verwendet werden? Alle Autoren und Urheber, deren Texte überhaupt gelesen werden, sind Autoren und Urheber 1.Klasse. Und darauf sollten sie auch stolz sein. Denn es soll auch zweitklassige Autoren geben…

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