Uncategorized

Was sich noch ändern muss

Seit dem Inkrafttreten des UrhWissG am 1.3.2018 habe ich nun ja schon einige Veranstaltungen zu den Chancen und Risiken der neuen Vorschriften durchgeführt. Dabei habe ich die Beobachtung gemacht, dass viele potentielle AnwenderInnen der Normen noch sehr unsicher sind, da der Umgang mit der neuen Situation natürlich noch ungewohnt ist. Allerdings muss man sich auch intensiv mit den Paragraphen befassen und sich auch noch die Möglichkeit zugestehen, Fehler bei der Auslegung und der Anwendung machen zu dürfen. Das ist ja auch alles nicht so schlimm, aber man muss sich schon trauen. Zunächst sollte man beispielsweise versuchen, den Begriff der „Sitzung“ auszulegen. Das kann nach zeitlicher Dauer, aber auch nach Umfang der vervielfältigten Medien erfolgen.

Den Kopiendirektversand sollte man zumindest auch einmal in Erwägung ziehen. Und die zahlreichen Vervielfältigungsmöglichkeiten rufen gerade zu nach Umsetzung.

Was ist darüber hinaus noch wünschenswert? Neben der unausweichlichen E-Lending Debatte, sollte man langfristig noch folgende Ziele im Auge behalten, die exemplarisch in diesem Werk http://blogs.sub.uni-hamburg.de/hup/products-page/publikationen/153/ behandelt werden:

1. Verkürzung der Schutzfrist von 70 Jahren, damit beispielsweise Massendigitalisierungen im Bereich von Presseartikeln vereinfacht werden.

2. Vereinfachung und Steigerung der Bereitwilligkeit von kollektiver Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften.

3. Schaffung von Bereichsausnahmen für Museen und Bibliotheken, Kulturgüter öffentlich zugänglich zu machen, ohne Vervielfältigungsmöglichkeiten für die Betrachter.

Auch wenn es sich dabei noch um Zukunftsmusik handelt, lohnt es sich, darüber schon einmal nachzudenken…

Standard

Ein Gedanke zu “Was sich noch ändern muss

  1. Zu 1. Verkürzung der Schutzfrist:
    Es müsste geprüft werden, ob folgender pragmatischer Vorschlag zur de-facto Verkürzung der Schutzfristen mit der „Berner Übereinkunft“ verträglich ist:
    Spätestens vor Ablauf des 20. Jahres muss der Urheber (oder seine Erben) bei der für den Urheber zuständigen Nationalbibliothek gegen kostendeckende Gebühr eine Verlängerung um 10 Jahre beantragen. Wenn das nicht erfolgt, wird das Werk unwiderruflich gemeinfrei. Der Verlängerungsvorgang kann bis zum Auslaufen der Schutzfrist wiederholt werden, allerdings nur durch den Urheber oder seine Erben. Das bedeutet, dass Verwerter alle 10 Jahre einen neuen Vertrag mit dem Urheber oder dessen Erben schließen müssen. Das ist zum Vorteil der Urheber/Erben, da es ihnen die Chance gibt, mit dem Verwerter neue Bedingungen auszuhandeln. „Knebelverträge“ über die maximale Schutzfrist werden so unterbunden. Im Katalog der Nationalbibliothek wird öffentlich sichtbar zu den Metadaten des Werkes angezeigt, wie der Schutzstatus ist und wann die nächste Verlängerung erfolgen müsste, um den Schutz zu erhalten. Zumindest für Werke, für die eine Pflichtabgabe an Nationalbibliotheken besteht, könnte so ein früherer Übergang in die Gemeinfreiheit erreicht werden und so deren langfristige Verfügbarkeit gesichert werden, auch wenn sie schon lange keine wirtschaftliche Rolle mehr spielen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s